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Katja:
Hi Cowgirls und Cowboys...
Im Internet habe ich dann auch noch die Website der Naill Ranch gefunden und per E-Mail angefragt, ob für meinen gewünschten Zeitraum, die erste Septemberwoche, noch Plätze frei sind. Prompt bekam ich Antwort von Penny, der Ranchbesitzerin, daß noch ein Zimmer frei ist, daß ich mich aber so bald wie möglich anmelden sollte. Das war Ende Januar. Daraufhin haben wir erst mal unseren Flug gebucht, wobei es bei manchen Fluggesellschaften, vor allem am Wochenende, schon eng wurde. Bei der Buchung des Ranchaufenthalts im Reisebüro Anfang Februar hieß es dann, ich hätte den letzten Platz erwischt!
Die Naill Ranch liegt in den High Plains im Nordosten von Colorado.
Sie besteht aus 5000 Acres und beherbergt im Sommer 300 Rinder, die Kälber
nicht mitgezählt. Zur Ranch selbst gehören 50 Rinder, darunter
auch ein paar schöne Longhorns, und zur Zeit meines Aufenthalts 17
Pferde, aber das ändert sich ständig, da regelmäßig
neue gekauft oder verkauft werden.Obwohl ich nur ein Doppelzimmer gebucht hatte, bekam ich ein Einzelzimmer mit eigenem Bad im ehemaligen Ranch House, das als Gästehaus umgebaut wurde. Die Zimmer mit großem Doppelbett sind sehr urig eingerichtet. Ich war auch überrascht, daß statt 20 Gästen wie im Katalog angegeben nur maximal 10 Gäste aufgenommen werden. Es gibt auch nur vier Zimmer insgesamt. Bei meiner Ankunft war noch eine fünfköpfige amerikanische Familie da und Puvin, ein aus Thailand eingewanderter Amerikaner, der schon mehrmals auf der Ranch war. Die Naill Ranch wird nur von Penny und ihrem Mann Gary geführt. Während des Sommers waren noch drei Helfer da, Romain aus Frankreich, Theresa aus Schweden und eine schwedische Köchin. Von den dreien habe ich aber nur Theresa kennengelernt. Die andere Schwedin war bereits abgereist und der Franzose machte gerade Urlaub in Frankreich. Außerdem gibt es noch die beiden Ranchhunde Poncho, ein Border Collie, und die junge Hündin Molly. Ein Swimmingpool ist auch vorhanden, und in der Nähe gibt es einen kleinen See zum Angeln.
Nach dem Mittagessen luden wir die Pferde in einen Trailer und fuhren zur Weide von einem Nachbarn (alle in einem Umkreis von 100 Meilen sind Nachbarn!), wo wir einen Stier mitsamt Herde eintrieben. Diesmal hat uns noch der Cowboy Bill begleitet. Es war sehr heiß, ca. 30 °C, aber es hat Spaß gemacht. Am Abend reisten die nächsten Gäste an: Rüdiger (Rudi) und Christa aus Deutschland und Harry und Sabine aus Österreich.
Am Montagmorgen mußte Gary zu einer Beerdigung, so daß
uns Penny begleitet hat. Wir waren nun zu acht. Molly lief nebenher. Um
ihre auf der stacheligen Prärie heißgelaufenen Füße
zu kühlen, mußte sie zwischendurch zwangsweise ein Bad in einem
der Wassertanks nehmen. Sie liebt aber das Schwimmen und geht auch schon
gerne mal mit in den Swimmingpool! Wir haben auch Abschlagen zu Pferde
gespielt, was Spaß gemacht hat. Nach zweieinhalb Stunden waren wir
zurück auf der Ranch.Am Nachmittag hatten wir eine feste Aufgabe. Gary war zurück, und wir sollten ein hinkendes Kalb, das uns am Vortag aufgefallen war, wiederfinden und verarzten. Da Willie einen Satteldruck hatte, sollte ich diesmal Bill, einen Quarter-Horse-Fuchs reiten. Wir fanden das Kalb, und Gary fing es mit dem Lasso ein. Nach großer Anstrengung gelang es ihm und den drei Jungs, das Kalb zu Boden zu werfen und ihm eine Spritze zu geben. Um 18 Uhr waren wir zurück auf der Ranch.
Gary, Harry und Theresa versuchten, den East Butte zu besteigen, aber nur Harry hat es geschafft. Als wir wieder auf dem Parkplatz ankamen, machten wir es uns im Schatten des Trailers gemütlich und aßen Cabbage Pockets und tranken eisgekühlte Cola. Da wir an diesem Nachmittag früh zurück waren, ging ich eine Runde im Pool schwimmen, während die anderen in die Stadt fuhren. Tagsüber war es immer noch 30 °C warm, abends wurde es jedoch merklich kühler. Diesen Abend zog ein Gewitter über die Ranch hinweg, doch es war so schnell wieder vorbei, wie es gekommen war.
Heute stand wieder Rinderarbeit an. Wir ritten um 9 Uhr los und umkreisten
quasi eine Weide, um sicherzugehen, daß die ganze Herde eingetrieben
wurde. Die Kühe und Kälber sollten gegen Fliegen eingesprüht
werden. Auf der Ranch trieben wir sie dazu in einen Korral.Nach dem Mittagessen trieben wir noch ein paar Rinder von einer anderen Weide ein. Nach getaner Arbeit ließen wir sie wieder laufen. Anschließend versuchten wir uns im Lassowerfen an einem Rinderkopf aus Plastik auf einem Heuballen. Klappte gar nicht mal so schlecht, aber mein Finger war schnell wund. Heute war es etwas bewölkt und windig und nur ca. 25 °C warm.
Wir ritten zu einer Nachbarranch, trieben eine Rinderherde auf eine andere Weide und waren nach fünf Stunden wieder auf der Naill Ranch. Heute war es wieder sehr sonnig, aber ein starker, kalter Wind wehte über die Prärie. Am späten Nachmittag haben wir noch mal zwei Stunden lang Rinder getrieben und prüften einen Wassertank. Am Abend übten wir uns im Hufeisenwerfen.
Heute morgen gab es keinen konkreten Plan. Wir ritten drei Stunden
lang über die Weiden und sahen nach den Kühen und Kälbern.
Am Nachmittag wollten die anderen ausruhen, doch da es mein letzter Tag
war, hatte ich noch nicht genug und ritt mit Gary und Theresa noch einmal
aus. Heute blies ein starker, warmer Wind, und als wir zurückkamen,
zog ein Sturm auf, der aber auch schnell wieder vorbei war.Kaum auf der Ranch angekommen, lief uns Sabine entgegen: Harry war beim Fischen am See von einer Klapperschlange gebissen worden! Er wurde ins Krankenhaus nach Kimball gefahren und bekam das Gegengift gespritzt. Sein Zustand war stabil, aber vorsichtshalber blieb er über Nacht im Krankenhaus. Gary und Penny meinten, es sei das erste Mal, daß ein Gast von einer Klapperschlange gebissen wurde. Heute abend sollte ein Nachbar zum Gitarrenspielen kommen, doch statt dessen mußten auf einmal fast alle raus, um einen Präriebrand zu bekämpfen! Zum Glück konnte er recht schnell gelöscht werden. Was für ein Tag! Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen, doch zum Glück war mein Urlaub ja noch nicht zu Ende...
(Cowboy-)Stiefel Jeans langärmelige Hemden Hut oder Baseball-Kappe und Halstuch (zum Schutz gegen die Sonne) Sonnenbrille Sonnencreme Wasserflasche Taschenlampe Badeanzug |
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